top sachen der auslegung

„Sachen der Auslegung“ ist die Weiterführung des Projekts „Meaning Minus Truth Conditions“ und bearbeitet die Thematik des Umgangs mit einer schier unerfassbaren Masse an Medialer Information welche spezifisch selektiert, ausgewertet und kommuniziert werden will und muss, aufgrund ihrer kontextuellen Fragmentierung und der selektiven Subjektivierung durch den Retipienten
jedoch eine objektive, wissenschaftliche Kommunizierbarkeit scheinbar unmöglich macht..
Von Jederman ergänzbare Online - Enzyklopedien wie Wikipedia sind Beispiele für diesen Umstand welcher immer neue Strategien der persönlichen Verwertbarkeit von Daten und ihrer strukturellen Entsprechung im Diskurs mit der Umwelt .
Lösungen wie Formatierung sowie Komprimierung aller Information und ständigen polymedialen Updates gepaart mit cosmopolitem Feingefühl und / oder dem Verweis der persönlichen Thesen sind in dieser künstlerischen position beschrieben und sollen dem Betrachter auf seine persönliche, systemimmanente Rolle im Geflecht öffentlichen Fakten und Meinungen.
Die formale Entsprechung dieser Position wird durch informelle Objekte aus neu formatierten (zerschnittenen) Büchern also einem Datenquerschnitt eines endlichen Archivs , gesucht.
Die so freigelegten Informationspartikel ergeben durch informelle, skulpturale Anornungen dieser Buchfragmente kryptische Muster und Zeichen und erfordern neue Denkstrukturen zur Erfassung und Verwertung des Wahrgenommenen.

top o.t.
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top letter bomb

“Letter Bomb”, 2006

Bleibombe, Bleiguss, ca. 250kg
Galerie Hinterconti, Hamburg

Gleich dem Kampf zwischen divergenten Ideologien und ihrer Propagandamethodiken in Wort und Bild wird hier die Quasi-Umkehrung der Beuys’schen “Aktion Friedenshase” vollzogen.
Drucklettern aus Blei werden auf einem Camping-Grill und mit einem Bunsenbrenner eingeschmolzen und in eine selbstgebaute Form gegossen.
Die gesamte Aktion wurde von Philipp Haffner zeichnerisch dokumentiert und mitgefilmt.
Im Galerieraum wurden die fertige Bombe, das verwendete Equipement, Zeichnungen und Video gleich den im Internet leicht zu recherchierenden Bombenbauanleitungen aufgebaut.
Untermauert wurde dieses Setting mit Schillers umgedichtetem “Lied von der Glocke” in “das Lied von der Bombe”.